Häufige Probleme beim Schweißen mit Elektroden: Ein Leitfaden für Anfänger und Profis

Nichts ist frustrierender, als mit dem Schweißstab einen Lichtbogen zu zünden und dann Spritzer, Poren oder eine schwache, nicht haltende Schweißnaht vorzufinden. Ob Sie nun Landmaschinen auf dem Feld reparieren oder Stahlkonstruktionen in der Werkstatt fertigen – das Stabelektrodenschweißen ist ein bewährtes Verfahren, aber auch es ist anfällig für typische Probleme, mit denen selbst erfahrene Profis zu kämpfen haben. Dieser Leitfaden erklärt die häufigsten Probleme beim Stabelektrodenschweißen verständlich und hilft Ihnen, diese schnell zu beheben, damit Sie wieder jedes Mal starke und saubere Schweißnähte erzeugen können.

Was Sie über die Grundlagen des Stabelektrodenschweißens und die Branchenmerkmale wissen müssen

Das Stabelektrodenschweißen, seit Jahrzehnten die Grundlage des manuellen Schweißens, nutzt eine mit Flussmittel umhüllte, abschmelzende Elektrode, um einen Lichtbogen zu erzeugen, Metall zu schmelzen und eine Schweißnaht herzustellen. Im Gegensatz zum MIG- oder WIG-Schweißen ist es mobil, windbeständig und eignet sich auch für verschmutzte oder dicke Materialien – was es unverzichtbar für Bauprojekte, Rohrleitungsreparaturen, die Wartung von Baumaschinen und Arbeiten im Freien macht. Die Flussmittelumhüllung ist entscheidend: Sie verbrennt, setzt Schutzgas frei und bildet Schlacke, die das Schmelzbad vor Verunreinigungen schützt. Doch Vorsicht: Kleine Fehler bei der Lagerung, den Parametereinstellungen oder der Schweißtechnik können die Arbeit ruinieren. Schauen wir uns die Lösungen für die häufigsten Probleme genauer an.

Häufige Probleme mit Schweißelektroden und wie man sie behebt

1. Porosität

Porosität ist der Feind einer festen Schweißnaht – diese winzigen, bläschenartigen Löcher schwächen die Verbindung und deuten auf Verunreinigungen hin. Die Hauptursachen? Feuchtigkeit, verschmutztes Grundmaterial oder eine falsche Lichtbogenlänge.

Lösungen:Schweißelektroden stets trocken und bei einer Luftfeuchtigkeit unter 60 % lagern und vor Gebrauch prüfen: Saure Elektroden benötigen 150–250 °C, basische 350–400 °C. Das Grundmaterial mit einem Winkelschleifer reinigen, um Rost, Öl oder Farbe zu entfernen. Den Lichtbogen kurz halten, damit keine Luft in das Schmelzbad gelangt. Beim Schweißen im Freien den Arbeitsbereich vor Wind schützen, da dieser Verunreinigungen in die Schmelze zieht.

2. Anhaften der Elektrode am Werkstück

Neulinge wie Profis hassen es gleichermaßen, wenn einSchweißstabSie klebt am Metall fest. Dies geschieht üblicherweise durch zu geringen Strom, langsame Lichtbogenzündung oder eine verschlissene Elektrode.

Lösungen:Erhöhen Sie den Schweißstrom leicht – beachten Sie die Anweisungen des Elektrodenherstellers für Ihre Schweißelektrodengröße. Zünden Sie den Lichtbogen mit der Kratzmethode und heben Sie die Elektrode schnell an, um den Lichtbogen zu erzeugen. Falls die Elektrode festklebt, bewegen Sie sie vorsichtig hin und her oder klopfen Sie sie leicht gegen das Metall, um sie zu lösen – vermeiden Sie ruckartiges Ziehen, da dies die Elektrodenummantelung beschädigen kann.

3. Schlackeneinschluss (Eingeschlossene Schlacke in der Schweißnaht)

Schlacke ist die Kruste, die nach dem Schweißen zurückbleibt. Wenn sie jedoch im Schweißgut eingeschlossen wird, entstehen Schwachstellen. Dies geschieht, wenn alte Schlacke nicht entfernt wurde, der Schweißstrom zu niedrig ist oder …SchweißstabSchwingt zu weit.

Lösungen:Entfernen Sie die gesamte Schlacke zwischen den Schweißgängen mit Hammer und Drahtbürste – diesen Schritt nicht auslassen. Erhöhen Sie den Strom, um einen vollständigen Durchschweißungsprozess und eine höhere Schweißgeschwindigkeit zu gewährleisten. Dadurch wird verhindert, dass sich Schlacke im Schmelzbad absetzt. Verengen Sie den Schweißstab, um ein Ausbreiten der Schlacke über die Schmelzzone hinaus zu verhindern.

4. Hinterschnitt (Nuten entlang der Schweißnahtkanten)

Hinterschneidungen hinterlassen flache Rillen im Grundwerkstoff, wodurch die Festigkeit der Schweißnaht verringert und Spannungsspitzen erzeugt werden. Sie entstehen durch zu hohen Strom, zu lange Lichtbögen oder einen falschen Schweißwinkel.

Lösungen:Reduzieren Sie den Strom und halten Sie den Lichtbogen kurz. Stellen Sie den Schweißwinkel auf 15–30 Grad zum Grundwerkstoff ein – dies gewährleistet eine gleichmäßige Wärmeverteilung. Verringern Sie die Schweißgeschwindigkeit und verwenden Sie eine engere Pendelbewegung, um die Kanten vollständig zu füllen. Bei vertikalen oder Überkopfschweißungen neigen Sie die Elektrode leicht nach oben, um das Schmelzen zu kontrollieren.

5. Lichtbogenschlag (Instabiler Lichtbogenwandern)

Lichtbogenunterbrechungen entstehen, wenn das Magnetfeld um die Schweißnaht den Lichtbogen verzerrt und dadurch ungleichmäßiges Aufschmelzen verursacht. Dies tritt häufig bei magnetischen Grundwerkstoffen oder unausgeglichenen Erdungsanschlüssen auf.

Lösungen:Um das Magnetfeld auszugleichen, positionieren Sie die Masseklemme näher am Schweißbereich. Verwenden Sie eine kürzere Lichtbogenlänge, um den Lichtbogen zu stabilisieren. Beim Schweißen von magnetischem Stahl wärmen Sie das Material leicht vor oder verwenden Sie Wechselstrom, um magnetische Störungen zu reduzieren.

Profi-Tipps für BeständigkeitSchweißstabErgebnisse

Abgesehen von der Behebung von Problemen werden diese Gewohnheiten Ihre Schweißarbeiten mit dem Stabelektrodensystem verbessern:

Wählen Sie den Schweißstab passend zum Grundwerkstoff – verwenden Sie E6013 für Standardstahl und E7018 für hochfeste Anwendungen.

Trocknen Sie die Elektroden nicht länger als 4 Stunden an der Luft – trocknen Sie sie erneut, falls Feuchtigkeit eindringt.

Achten Sie auf eine gleichmäßige Schweißgeschwindigkeit – zu hohe Geschwindigkeit führt zu flachen Schweißnähten, zu niedrige Geschwindigkeit zu Überhitzung und Verformung.

Das Stabelektrodenschweißen zeichnet sich durch seine Einfachheit und Anpassungsfähigkeit aus, doch um es zu beherrschen, muss man auch in der Lage sein, Probleme schnell und unkompliziert zu beheben. Indem Sie diese häufig auftretenden Schwierigkeiten angehen und bewährte Verfahren anwenden, erzielen Sie zuverlässige Schweißnähte, die den Anforderungen der Industrie gerecht werden – egal ob Sie als Anfänger die Grundlagen erlernen oder als Profi Ihre Fähigkeiten verfeinern möchten.

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Veröffentlichungsdatum: 20. Januar 2026